Archiv

Das Archiv der "Sonntagsmusik" bietet Informationen über die Konzerte ab Herbst 2011.

564. SONNTAGSMUSIK

06.10.2019 | 11.00

NACH ITALIENISCHEM GUSTO

tl_files/files/images/sonntagsmusik/Saison 2019-2020/2019-10 Forck Saretz - Foto von Daniel Hillert 300dpi.jpg

Bernhard Forck (Violine), Hildegard Saretz (Cembalo)
 
Werke von Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach, Arcangelo Corelli, Tomaso Albinoni, Giuseppe Torelli und Antonio Vivaldi
 
Nach 1700 verbreiteten sich moderne italienische Werke, darunter neuartige Instrumentalkonzerte, über ganz Europa. Über die Druckausgaben europäischer Verleger gelangten sie oft im Gepäck von Kavaliersreisenden nach Mitteldeutschland. Auch Telemann, Johann Sebastian Bach oder der mit beiden gut bekannte Prinz Johann Ernst von Sachsen-Weimar studierten sie - Bach bearbeitete einige von ihnen für Tasteninstrumente, Telemann, der dem virtuosen Solokonzert kritisch gegenüberstand, gab sechs italienisch geprägte Violinkonzerte des Prinzen in seinem Frankfurter Verlag heraus.
Bernhard Forck, einer der Konzertmeister der Akademie für Alte Musik Berlin und musikalischer Leiter des Händelfestspielorchesters, sowie die Cembalistin Hildegard Saretz werden mit ihrem Soloprogramm dem italienischen Stil und seinem Einfluss auf Werke deutscher Komponisten nachspüren.

563. SONNTAGSMUSIK

01.09.2019 | 11.00

OUVERTURE

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Robert Sellier (Tenor), Thomas Ernert (Oboe), Birgit Schnurpfeil, Henriette Auracher (Violine), Hartmut Neubert (Viola), Katharina Holzhey (Violoncello), Johannes Weiss (Cembalo, Orgel)
 
Kantaten, Ouvertüren und Triosonaten von Georg Philipp Telemann
 
Für die Eröffnung der neuen Sonntagsmusik-Saison steht ein farbiges Telemann-Programm bereit: Geistliche Kantaten aus innovativen Solojahrgängen sowie Ouverturensuiten und Triosonaten, zwei instrumentale Gattungen, mit denen der Komponist prägend auf das Musikleben seiner Zeit eingewirkt hat.
Das Repertoire des Opern- und Konzertsängers Robert Sellier ist breit gefächert, es reicht von Monteverdi bis Britten. Seine besondere Vorliebe aber gilt der Alten Musik. So wirkte er in zahlreichen Barockopernproduktionen mit (Lully, Steffani, Keiser, Telemann, Händel) und arbeitet seit langem intensiv mit verschiedenen Alte-Musik-Ensembles zusammen – hier mit seinen erfahrenen Kollegen aus dem Händel-Festspielorchester Halle.

562. SONNTAGSMUSIK

07.04.2019 | 11.00

AUSGEZEICHNETES

Il Quadro Animato

Lorenzo Gabriele (Traversflöte), Rebecca Raimondi (Violine), Francesca Venturi Ferriolo (Bratsche), Adrian Cygan (Violoncello), Alessandro Viale (Cembalo)

Quartette von Georg Philipp Telemann

 

Il Quadro Animato ist ein vielversprechendes Ensemble, das 2013 in Mailand gegründet wurde. In der fünfköpfigen Besetzung gewann es mehrfach erste Preise, so 2015 beim internationalen Kammermusikwettbewerb „Premio Selífa“ in San Ginesio, Italien, und 2016 beim Internationalen Alte Musik-Wettbewerb „Biagio Marini“ in Neuburg/Donau. Als eines von sechs Ensembles wurde Il Quadro Animato 2017 in das Förderprogramm „Eeemerging“ (Emerging European Ensembles) aufgenommen (siehe auch 560. Sonntagsmusik). Besondere Aufmerksamkeit widmen die jungen Musikerinnen und Musiker den sogenannten „Quatuors“ oder „Quadri“. Vierstimmige Kompositionen Georg Philipp Telemanns, die von den Zeitgenossen als mustergültig gelobt wurden, stellen deshalb einen Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit des Ensembles dar. Der Flötist Lorenzo Gabriele gewann 2015 den 1. Preis beim 8. Internationalen Telemann-Wettbewerb in Magdeburg.

561. SONNTAGSMUSIK

03.03.2019 | 11.00

KLANGFARBIGES

Concert Royal, Köln, Leitung: Karla Schröter

Gábor Hegyi (Trompete), Ulrike Witt (Traversflöte), Karla Schröter, Ulrich Ehret (Oboe), Makoto Akatsu (Violine), Michael Hochreither (Violoncello), Willi Kronenberg (Cembalo, Orgel)

Werke von Georg Philipp Telemann, Johann Georg Linike und Johann Sebastian Bach

 

Das von der Oboistin Karla Schröter gegründete Concert Royal Köln ist ein Ensemble für Alte Musik, das sich vorrangig auf Repertoire für Bläser spezialisiert hat. Es ist mittlerweile zweifacher ECHO-Preisträger und stellt in seinem Programm u.a. farbig instrumentierte Werke von Johann Georg Linike vor. Für die CD-Einspielung dieser Kompositionen wurde das Ensemble mit dem ECHO Klassik 2016 geehrt. Linike war ab 1725 eine Zeitlang Erster Violinist und Konzertmeister an der Hamburger Oper am Gänsemarkt, deren Direktion Georg Philipp Telemann innehatte. Vermutlich traf auch Johann Sebastian Bach mit Linike zusammen, als dieser in Merseburg als Hofmusiker und jener Hofkapellmeister in Köthen war. Linike wirkte später als Kapelldirektor am Hof des Herzogs von Mecklenburg-Strelitz. Im Konzert erklingen des Weiteren Kompositionen von Telemann und Bach, u.a. das Konzert für Trompete, zwei Oboen und Basso continuo sowie das g-Moll-Konzert für Orgel, das Bach nach einem Violinkonzert Telemanns transkribiert hat.

560. SONNTAGSMUSIK

03.02.2019 | 11.00

FULMINANTES

4 Times Baroque

Jonas Zschenderlein (Violine), Jan Nigges (Blockflöte), Karl Michael Simko (Violoncello), Alexander von Heißen (Cembalo)

Virtuose Kammermusik von Georg Philipp Telemann, Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi, Arcangelo Corelli und anderen

 

„Caught in Italian virtuosity“ – gefangen in italienischer Virtuosität – ist die jüngste CD (Deutsche Harmonia Mundi) des Ensembles 4 Times Baroque betitelt, aus der im Konzert Ausschnitte präsentiert werden. Mit diesen zumeist ausgesprochen virtuosen, unterschiedlich besetzten Werken geben die vier jungen Musiker ihr Debüt in Magdeburg: Konzerte von Antonio Vivaldi, Ouvertüre der Oper Rinaldo von Georg Friedrich Händel, Sonaten und Trios von Arcangelo Corelli und Georg Philipp Telemann. 4 Times Baroque ist in Frankfurt am Main ansässig und gehört zu den aufstrebenden Ensembles der nächsten Generation. Seit seiner Gründung 2013 erobern die „Shootingstars der Alte-Musik-Szene“ (Schwäbische Post) bedeutende Musikfestivals in Deutschland und Europa. Das Ensemble wurde 2017 in das auf Alte Musik ausgerichtete europäische Förderprogramm „Eeemerging“ (Emerging European Ensembles) aufgenommen (vgl. auch 562. Sonntagsmusik).

559. SONNTAGSMUSIK

06.01.2019 | 11.00

GEISTLICHES

Martin Schicketanz (Bariton), Margret Baumgartl (Violine), Sebastian Knebel (Cembalo, Orgel)

Geistliche Vokalwerke und Instrumentalwerke von Georg Philipp Telemann

 

Passend zum 6. Januar erklingt geistliche Kammermusik von Georg Philipp Telemann, die für die Zeit des Kirchenjahres um Epiphanias (Heilige Drei Könige, Erscheinung Christi) entstanden ist. Der Dresdner Bariton Martin Schicketanz stellt Kantaten aus Telemanns 1725/26 in Hamburg publizierten Jahrgang Harmonischer Gottes-Dienst und Ausschnitte aus einem 1726/27 gedruckten Arienjahrgang in den Mittelpunkt seines Konzertes. Martin Schicketanz arbeitete mit bekannten Ensembles wie dem Collegium 1704, der Bachakademie Stuttgart, dem Wrocław Baroque Orchestra, dem Collegium Marianum und dem Ensemble Wunderkammer unter Dirigenten wie Hans-Christoph Rademann, Vàclav Luks, Benno Schachtner und Ludger Rémy zusammen. In Magdeburg musiziert er mit international gefragten mitteldeutschen Spezialisten der Alten Musik. Auf dem Programm stehen außerdem Instrumentalwerke aus Sammlungen, die Telemann im Selbstverlag veröffentlichte.

 

558. SONNTAGSMUSIK

02.12.2018 | 11.00

GEMISCHTES

Musica Alta Ripa

Danya Segal (Blockflöte), Anne Röhrig (Violine), Ulla Bundies (Violine), Klaus Bundies (Viola), Albert Brüggen (Violoncello), Jacques van der Meer (Kontrabass), Bernward Lohr (Cembalo)

Sonaten, Concerti und Sinfonien von Georg Philipp Telemann und Carl Philipp Emanuel Bach

 

Künstlerisch hohes Niveau, Farbenreichtum in der Interpretation, Flexibilität der Besetzung sowie Attraktivität des Repertoires haben das Ensemble Musica Alta Ripa zum regelmäßigen Gast bedeutender Podien und Festivals gemacht. Seine CD-Produktionen wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem DIAPASON D`OR, dem Cannes Classical Award und dreimal mit dem ECHO Klassik. 2003 begann die Veröffentlichung eines Zyklus mit Konzerten und Kammermusik von Georg Philipp Telemann, dessen erste Folge ebenfalls einen ECHO Klassik erhielt. Im Konzert stellt Musica Alta Ripa Kompositionen aus dem Telemann-CD-Zyklus vor (z.B. Blockflötenkonzert C-Dur). Außerdem erklingen Kompositionen von Carl Philipp Emanuel Bach, dem Patensohn Telemanns und Nachfolger als Musikdirektor und Kantor in Hamburg (Violoncellokonzert A-Dur).

557. SONNTAGSMUSIK

04.11.2018 | 11.00

 

GEDRUCKTES

 

La Ninfea

Barbara Heindlmeier (Blockflöte), Katharina Holzhey (Diskantgambe, Viola da gamba), Johannes Gontarski (Theorbe), Andreas Küppers (Cembalo)

Sonaten von Georg Philipp Telemann und A. H. Schultze

 

Vermutlich 1704 veröffentlichte der Amsterdamer Verleger Estienne Roger sechs Sonaten für Blockflöte und Basso continuo von einem gewissen „A. H. Schultzen“. Es könnte sich dabei um Andreas Heinrich Schultze handeln, der im selben Jahr wie Telemann zur Welt kam und ab 1706 in Hildesheim als Organist an der Lamberti-Kirche wirkte. Die VI Sonate a Flauto Solo Con Cimbalo o Vero Fagotto del Signore A. H. Schultzen sind interpretatorisch anspruchsvolle, italienisch beeinflusste Stücke mit beweglicher Bassstimme. Das Ensemble La Ninfea stellt ihnen verschieden besetzte Sonaten Telemanns zur Seite, unter anderem zwei aus der um 1726 in Hamburg selbstverlegten Sammlung Essercizii Musici. Die preisgekrönten jungen Musiker arbeiteten bei zahlreichen Projekten mit namhaften Interpreten der Alten Musik zusammen, was sie schließlich veranlasste, ein eigenes Ensemble zu gründen. Die zwei neuesten CDs von La Ninfea, darunter die Sonaten von Schultze, sind beim Label Raumklang erschienen.

556. SONNTAGSMUSIK

07.10.2018 | 11.00

SOLISTISCHES

Verena Fischer (Traversflöte), Léon Berben (Cembalo)

Sonaten und Fantasien von Georg Philipp Telemann, Michel Blavet und Jean-Marie Leclair

 

Verena Fischer und Léon Berben waren einst feste Mitglieder der legendären Musica Antiqua Köln unter der Leitung von Reinhard Goebel. Konzerte mit diesem Ensemble führten beide in die USA und Kanada, nach Südamerika, Asien, Israel und in alle Länder Europas. Seit der Auflösung des Ensembles verfolgen die Musiker eine ausge­dehnte Solo-Karriere, die Auftritte bei renommierten internationalen Festivals einschließt. Zu ihren Kammermusikpartnern gehört u.a. das Concerto Melante, ein Ensemble der Berliner Philharmoniker. In Mag­deburg bringen Verena Fischer und Léon Berben Werke von Georg Philipp Telemann und seinen französischen Zeitgenossen zu Gehör, darunter Ausschnitte aus Telemanns Sammlungen mit Fantasien für verschiedene Soloinstrumente. Für Liebhaber feinsinnig-eleganter Kammermusik ist dieses Konzert ein Muss!

 

555. Sonntagsmusik

02.09.2018 | 11.00

HEITERES

La capricciosa e il credulo

Die Geliebte Eigensinnige und der Leicht-gläubige Liebhaber

Intermezzi TVWV 21:16

mit Musik von Georg Philipp Telemann

 

Halbszenische Aufführung

 

Julia Giebel (Sopran), Dominik Köninger (Bariton),

Daniela Braun, Peter Wünnenberg (Violine), Mladen Somboraç (Viola), Inken Ewertsen (Violoncello), Jesper Ulfenstedt (Kontrabass), Thomas Ihlenfeldt (Theorbe), Lutz Kohl (Cembalo)

 

Dass Telemann, der Autor des PIMPINONE (Hamburg 1725), des bedeutendsten Intermezzos seiner Epoche, im selben Jahr ein weiteres dreiteiliges „Zwischen-Spiel“ folgen ließ, ist kaum bekannt. Wieder griffen er und der Textdichter Johann Philipp Praetorius auf ein italienisches Stück von 1708 zurück, dessen subversive Handlung genauso verstörend wirkte, wie das Treiben der listigen Vespetta in PIMPINONE. In der zeitlosen Gender-Komödie LA CAPRICCIOSA E IL CREDULO, Die Geliebte Eigensinnige und der Leicht-gläubige Liebhaber wird Burlotto, ein junger Draufgänger, durch seine Angebetete mittels mehrerer Prüfungen domestiziert. Aufsehen erregte die Fechtszene im dritten Intermezzo. Als junger Husar verkleidet, besiegt Brunette ihren Liebhaber in drei Sätzen. Schon in den 1930er Jahren wurden bei Quellenstudien zur Hamburger Oper vier der insgesamt sechs Arien gefunden; Grund genug, diese beispiellose Gaudi, musikalisch ergänzt, endlich wieder zur Aufführung zu bringen.