Ausschreibung

WETTBEWERBSBEDINGUNGEN

Der 10. Internationale Telemann-Wettbewerb 2019 wird für Kammermusikensembles ausgeschrieben. Der Wettbewerb ist öffentlich.

Um die Teilnahme können sich ausschließlich Instrumentalensembles bewerben, denen die historisch orientierte Aufführungspraxis als grundlegendes Interpretationsanliegen dient. Für diese Instrumentalensembles gilt die einfache Besetzung jeder Stimme (beim Basso continuo ist eine Besetzung mit einem oder mehreren Instrumenten zulässig). Ausgenommen vom Wettbewerb sind Ensembles mit nur einem Soloinstrument und Basso continuo. Jedes Ensemblemitglied muss auf einem historischen Instru­ment oder Nachbau eines solchen spielen. Teilnehmen können Musiker, die nach dem 10. März 1984 und vor dem 10. März 2001 geboren sind. Jeder Musiker darf nur als Mitglied EINES angemeldeten Ensembles am 10. Internationalen Telemann-Wettbewerb teilnehmen.

INSTRUMENTARIUM UND REPERTOIEREEMPFEHLUNGEN
Zugelassen sind Instrumente, für die Telemann Kammermusik komponiert hat (ausgeschlossen sind damit z.B. Voice Flutes und andere kleine oder große Blockflöten, Piccolo-Querflöten, Zink, Posaune u.ä.). Für die Ensembles gelten damit insbesondere die Besetzungen der folgenden Sammlungen und Werke, die – neben handschriftlich überlieferten Kompositionen – zugleich die Basis für die Zusammenstellung des Repertoires bilden können:

   Quadri (Hamburg 1730), TWV 43: G1, D1, A1, g1, e1, h1,
       (Violine, Querflöte, Viola da gamba oder Violoncello und B.c.),
   Nouveaux Quatuors en Six Suites (Paris 1738), TWV 43:D3, a2, G4, h2, A3, e4,
       (Querflöte, Violine, Viola da gamba oder Violoncello und B.c.),
   die Quatuors der Musique de Table (Hamburg 1733),
       TWV 43:G2 (Querflöte, Oboe, Violine und B.c.),
       TWV 43:d1 (2 Querflöten, Blockflöte oder Fagott oder Violoncello und B.c.),
       TWV 43:e2 (Querflöte, Violine, Violoncello und B.c.),
Triobesetzungen, wie z.B.
   Six Trios (Frankfurt 1718),
       TWV 42:B1 (Oboe, Violine und B.c.),
       TWV 42:a1 (Blockflöte, Violine und B.c.),
       TWV 42:G1 (Querflöte, Violine und B.c.),
       TWV 42:D1 (2 Violinen und B.c.),
       TWV 42:g1 (Violine, Gambe und B.c.),
       TWV 42:F1 (Violine, Fagott oder Violoncello und B.c.),
   Essercizii musici (Hamburg um 1726),
       TWV 42:c2 (Blockflöte, Oboe und B.c.), TWV 42:G6 (Viola da gamba,
      obligates Cembalo und B.c.),
       TWV 42:g5 (Violine, Oboe und B.c.), TWV 42:A6 (Querflöte, obligates Cembalo und B.c.),
       TWV 42:a4 (Blockflöte, Violine und B.c.), TWV 42:h4 (Querflöte, Viola da gamba und B.c.),
       TWV 42:F3 (Blockflöte, Viola da gamba und B.c.), TWV 42:B4 (Blockflöte, obligates Cembalo und B.c.),
       TWV 42:E4 (Querflöte, Violine und B.c.), TWV 42:D9 (Violine, Viola da gamba und B.c.),
       TWV 42:d4 (Querflöte, Oboe und B.c.), TWV 42:Es3 (Oboe, obligates Cembalo und B.c.),
   III Trietti metodichi e III Scherzi (Hamburg 1731), TWV 42: G2, A1, D2, E1, d1, D3,
       (2 Querflöten oder 2 Violinen und B.c.),
   die Trios der Musique de Table (Hamburg 1733),
       TWV 42:Es1 (2 Violinen und B.c.),
       TWV 42:e2 (Querflöte, Oboe und B.c.),
       TWV 42:D5 (2 Querflöten und B.c.),
   Six Concerts et Six Suites (Hamburg 1734),
       Konzerte: TWV 42:D6, g2, A3, e3, h1, h2,
       Suiten: TWV 42:G4, B2, h2, E2, a3, d3,
       (Besetzungsvarianten nach Tele­mann: „Clavessin et Flûte traversière, ou à Clavessin,
       Traversière et Violoncello, ou à Violon, Traversière et Violoncello ou Fondement,
       ou à Clavessin, Violon, Traversière et Violoncello“),
   Scherzi melodichi (Hamburg 1734), TWV 42: A4, B3, G5, Es2, e4, g3, D7,
       (Violine, Viola und B.c.),
   Sonates Corellisantes (Hamburg 1735), TWV 42: F2, A5, h3, E3, g4, D8,
       (2 Violinen oder 2 Querflöten und B.c.),
die Besetzungen der
   Six Quatuors ou Trios (Hamburg 1733), TWV 43:D2, e3, A2, G3, a1, E1,
       (2 Querflöten oder Violinen und 2 Violoncelli oder Fagotte (Violoncello secondo = B.c.) oder
       Trio für 2 Querflöten oder Violinen und Violoncello oder Fagott; Besetzungsvarianten
       nach Telemann: „2 Flûtes traversières ou 2 Violons et à 2 Violoncells ou 2 Bassons,
       dont le second peut ètre entierement retranché ou se jouer sur le Clavessin“),
sowie der Duettsonaten, z.B.
   TWV 40:101-106 (6 Sonaten für 2 Flöten oder Violinen ohne B.c.),
   TWV 40:107 (Sonate B-Dur für 2 Blockflöten oder G-Dur für 2 Querflöten oder A-dur für 2 Gamben ohne B.c.),
   TWV 40:111 (Sonate B-dur für Blockflöte und Violine oder G-Dur für Querflöte und Viola pomposa,
    oder Violine oder A-dur für zwei Gamben ohne B.c.),
   TWV 40:118-123 (6 Sonaten im Kanon für 2 Querflöten oder Violinen oder Gamben ohne B.c.),
   TWV 40:124-129 (6 Sonaten für zwei Querflöten oder Violinen oder Oboen ohne B.c.),
   TWV 40:130-135 (6 Duette für zwei Querflöten ohne B.c.),
   TWV 40:141-143 (9 Sonaten für zwei Traversflöten ohne B.c.),
   TWV 41:B3 (Sonate im Kanon B-Dur für Blockflöte und Viola oder Gambe ohne B.c. oder
   A-Dur für Querflöte oder Violine und Viola oder Gambe ohne B.c.).

Ausgeschlossen sind die Quartette (Concerti und Sonaten) für Streicher aus der Werkgruppe 43 und Kom­positionen aus den Werkgruppen 44 bis 55 (vgl. Telemann-Werkverzeichnis Band 1-3, Bärenreiter-Verlag 1984/1992/1999). Analog ist bei der Auswahl von Werken anderer Komponisten zu verfahren.

In das Wettbewerbsprogramm können Sonaten von Georg Philipp Telemann für Soloinstrument und obligates Cembalo aufgenommen werden. Das Programm für den gesamten Wettbewerb darf nur eine Sonate für Soloinstrument und Basso continuo enthalten.

Es wird ausdrücklich auf die Möglichkeit der Einbeziehung von Literatur mit obligatem Cembalo hingewiesen, z.B. in den Essercizii musici und in den Six Concerts et six Suites (siehe oben). Für das beste obligate und Generalbassspiel werden gesonderte Preise für Cembalisten ausgelobt (siehe unten).

Vorzubereiten sind vollständige Werke von Georg Philipp Telemann (vornehmlich aus den oben genannten Sammlungen oder aus vergleichbar besetzten, handschriftlich überlieferten Werken), die mit Kompositionen seiner Zeitgenossen kombiniert werden können. Telemanns Werke sollen zeitlich mehr als die Hälfte des Programms jeder einzelnen Runde ausmachen.

Alle Kompositionen sind in Originalbesetzung bzw. gegebenenfalls in von den Komponisten vorgeschlagenen Alternativbesetzungen und nach dem Urtext vorzutragen.

 

VORTRAGSLÄNGE, PROGRAMMHINWEISE, STIMMTONHÖHE

Für die einzelnen Runden sind folgende Zeiten verbindlich:

1. und 2. Runde: jeweils mindestens 35 und maximal 45 Minuten
3. Runde (Finale): mindestens 50 und maximal 60 Minuten
Die angegebenen Zeiten beinhalten jeweils ca. 5 Minuten für Aufbau, Stimmung etc.

Das vorzubereitende Programm kann somit insgesamt maximal 2 Stunden 15 Minuten dauern. Für jede Runde ist ein neues Programm zu gestalten. Die Übernahme von Werken aus bereits absolvierten Runden ist nicht zulässig. Mindestens die Hälfte des Programms jeder Runde ist in der kompletten Ensemblebesetzung vorzutragen.

Die Ensembles stimmen mit ihrer Einschreibung der Aufzeichnung ihrer Vorspiele für die Öffentlichkeitsarbeit und/oder Archivzwecke zu.

Ein zweimanualiges Cembalo wird vom Veranstalter bereitgestellt. Der Stimmton ist a1 = 415 Hertz, temperiert nach Bach-Kellner. Für die Vorbereitung stehen Räume mit gestimmtem Cembalo zur Verfügung.

 


 

Bitte beachten:

Die Entscheidungen der Jury sind in allen Fällen nicht anfechtbar, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit der Anmeldung erkennt jeder Teilnehmer die Wettbewerbsbedingungen an.

Hinweise

  • Die deutsche Fassung des Ausschreibungstextes ist verbindlich.
  • Die Verwendung der männlichen Form ist explizit als geschlechtsunabhängig zu verstehen.

 

Änderungen vorbehalten